Rutishauser/Kuhn. In erster Linie ist das Geld nebensächlich

Text aus: Rutishauser/Kuhn. In erster Linie ist das Geld nebensächlich

 

 

Aggression ist umpolbar, ist in die kreative Suche nach Lösungen veränderbar.

Da haben sich die Wege des künstlerischen Anspruchs des Werks und des Zuspruchs getrennt.

Da kommen wir schnell an unsere Grenze.

Da werden sozusagen die alten Verhältnisse reinstalliert.

Das hat sich inzwischen als Irrtum herausgestellt.

Das ist die Frage nach dem Gegenstand, dem Ziel und den Folgen.

Das ist eigentlich die durchschlagendste Theorie unseres Kulturkreises.

Das ist ein Gemeinplatz.

Das ist nicht in allen Fällen nachweisbar.

Das Publikum ist ein Examinator, doch ein zerstreuter.

Das Publikum ist unkritisch.

Das Publikum lässt sich von seinen Emotionen leiten.

Das völlige Aussteigen aus diesen kulturellen Konstruktionen ist nicht möglich.

Das Zusammenspiel des künstlerischen und des technischen ist, was mir gefällt.

Der Sprecher leidet beim Sprechen. Was er spricht, wird niemand je so verstehen, wie er es gemeint hatte.

Die Entdeckung einer Sache kommt nach ihrer Erfindung.

Die Frage ist doch vielmehr, welche Sprachen verwende ich in welchen Situationen.

Die mittleren Schichten sind von diesem Prozess noch nicht erfasst.

Die Philosophie soll nicht die Natur, sie soll sich selbst erklären.

Die Sprache ist erfunden!

Die Sprache organisiert die Erinnerung.

Die Sprache organisiert die Wahrnehmung.

Die Sprache wird, sich selbst überlassen, verwildern.

Die Welt muss poetisiert werden.

Die Wissenschaft ist als ein Diskurs anzusehen, also als eine Form von Kommunikation.

Die Wörter sprechen nicht für sich selbst, sondern von sich selbst. Dasselbe gilt für die Bilder.

Diese Tendenz, die Dinge isoliert zu sehen, birgt die Gefahr den Überblick und damit den Sinn für die Zusammenhänge zu verlieren.

Es geht primär um die Struktur der Sprache, erst dann ihre Idee.

Es ist die Frage, wie die Gesellschaft so etwas organisiert.

Es ist längst ein gesellschaftlicher Allgemeinplatz, dass Kunst nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist.

Folgenlos wird vor sich hingeplaudert.

Heute trägt man die Sprache wie einen Schmuck.

In der Zielsprache existieren keine adäquaten Entsprechungen.

In einer guten Sprache ist natürlich viel Musik drin.

In erster Linie ist das Geld nebensächlich.

Künstler können tun was sie wollen.

Künstler sollen können was sie tun.

Letztendlich geht es auch darum, von diesen immer gleichen Bedürfnismustern wegzukommen.

Man muss einfach das Angebot vergrössern, anders geht es heute nicht mehr.

Man sollte immer kontrolliert sein. Man sollte uns immer sagen, so musst du denken.

Mit Kunst darf nicht zimperlich umgegangen werden.

Natürlich sind diese Geschichten alle sehr vielschichtig.

Nicht isolieren, integrieren, das ist unser heutiges Credo.

Oft können Bilder als Täuschungen entlarvt werden. Oft sind Bilder Täuschungen!

Ohne Konkurrenz ist keine Kooperation möglich.

Seltsamerweise gibt es darüber kaum eine seriöse Untersuchung.

Sprache ist eine Kodierung von Wirklichkeit, eine Imitation von Wirklichkeit mittels Zeichen.

Und vergessen sie nicht, die Realität zuerst überhaupt zu definieren.

Und wer erklärt die Kunst (wenn man sie überhaupt erklären kann oder erklären muss)?

Viele verstehen nicht, dass man durchaus auch in einem Begriffsgefängnis sitzen kann.

Vielleicht ist es gerade die Provinzialität, die bewahrt hat, was an andern Orten längst verloren ist.

Vor dem Werk macht ja jeder Betrachter, jede Betrachterin einen Kompromiss zwischen dem, was sie sieht und dem was sie zu sehen erwartet.

Was ist das, wonach geforscht wird?

Was ist schon schön?

Was soll das heissen: sich von etwas ein Bild machen?

Was wir nicht denken können, können wir nicht denken; wir können also nicht sagen, was wir nicht denken können.

Was wissen wir schon über die Bilder, ausser dass wir sie brauchen.

Wegen dem Geld macht das keiner.

Wenn man sich erlebte Ereignisse, Begebenheiten nur lange genug vorstellt, stellen sich die Bilder ganz von selber ein.

Wir erfinden Dinge aus Notwendigkeit. Wir brauchen etwas, deshalb erfinden wir es.

Wir sind durch die multidisziplinäre Forschung an den Punkt gekommen, wo wir von der vernetzten Vielfalt sprechen.

Wir stehen ständig und jeden Tag in einem regen Austausch.

Wo verläuft eigentlich die Konfliktlinie?

Worte bedeuten immer Verkürzung und zugleich häufig auch Bewertung. Darin besteht eine grosse Einschränkung, die wir durch unser verbales sprachliches Verständnis von Umständen oder Ereignissen haben.

Worte sind akustische Konfigurationen der Gedanken.

Zum Werk gehört heute natürlich auch seine Inszenierung im Raum.

 

 

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