Rutishauser/Kuhn. Museum für zeitgenössische Kunst

 

  

Museum für zeitgenössische Kunst, move, 12 x Kunst, Amriswil 1999
Folie auf Aussenwände (MDF)

 

Ein Container steht in Amriswil als temporärer und mobiler Kunstraum während der Dauer eines Jahres für 12 Ausstellungen zur Verfügung. In diesem Sinne wird der Container während des Eröffnungsmonats zum fiktiven Museum für zeitgenössische Kunst. Der Container bleibt dabei geschlossen und soll in Amriswil mit einer Diskussion als Ausstellungsort eingeführt werden. Die Diskussion findet einerseits auf der Strasse, andererseits aber auch an einem Gesprächsabend statt. Was ein Museum für zeitgenössische Kunst für Amriswil bedeuten kann, ist dabei nur eine der diskutierten Fragen. Als Eröffnungsausstellung wirft die Frage nach der Bedeutung von zeitgenössischer Kunst auch ein Licht voraus auf die kommenden Veranstaltungen. Die zur Eröffnung stattfindende Diskussion ist also eine Diskussion die Amriswil ein ganzes Jahr lang beschäftigen soll.

«Für die Künstler Georg Rutishauser, Zürich (1963), und Matthias Kuhn, Trogen (1963), soll der für das Kunstereignis in Amriswil vorgesehene Container zum fiktiven Museum für zeitgenössische Kunst werden.
Der Container als denkbares Museum bleibt dabei für den Monat der Ausstellung geschlossen, seine Aussenseite wird als Werbeträger genutzt und gibt dadurch Aufschluss über die Tätigkeit des Museums.
Das Museum, das heisst der Inhalt des Containers, entsteht im Diskurs über zeitgenössische Kunst und deren Bedingungen, wobei das Museum selbst zum Kunstwerk wird. Die Arbeit des MZK besteht im Wesentlichen in der Besprechung seiner eigenen Tätigkeit. Diese Besprechung wird im MZK als Werk exponiert und konstituiert das Museum. Zu diesem Zweck werden Texteinheiten aus Kunstkritik und Kunsttheorie, die aus verschiedenen Publikationen isoliert und gesammelt werden, zu einem sich stetig erweiternden Archiv ausgebaut. Das Textarchiv bildet nicht nur den Sammlungsbestand, sondern auch die Grundlage der inhaltlichen Beschäftigung und also der Vermittlungstätigkeit des Museums.
Das Projekt MZK Museum für zeitgenössische Kunst macht nicht nur die Grenzen zwischen Funktion und Fiktion fliessend, sondern hinterfragt auch die Relation von Kunst und Kontext neu. Während das Projekt MZK einerseits dinghaft bei sich bleibt und nichts anderes als sich selbst zeigt, tastet es andererseits seinen konkret formulierten Kontext ab, den es als Projektionsfläche benötigt und zugleich reinszeniert. Es werden die Möglichkeiten eines herkömmlichen Kunstbegriffs zitiert und durchaus ironisch benutzt.»
Einladungskarte zur Ausstellung

 

 

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